Endlich ist es so weit. Die Kinder können es kaum erwarten, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Kuchen wird gebacken, Schultüten gepackt und Materialien eingekauft. Der erste Schultag ist für die ganze Familie ein emotionaler Umbruch. Zwischen Vorfreude und Wehmut bleibt oft die Frage: Wie sind die Kleinen eigentlich so schnell groß geworden? Kein Wunder, dass bei der Einschulung auch mal eine Träne fließt.

Jetzt gilt es, rechtzeitig alle Vorbereitungen zu treffen und sich auf den neuen Alltag einzustellen. Denn mit dem Schulstart verändert sich nicht nur der Tagesablauf der Kinder, auch für Eltern beginnt eine neue Routine. Doch es bleibt nicht nur bei einem neuen Zeitplan: Bei der Umgestaltung des Kinderzimmers wird aus einem Ort zum Spielen und Toben nun auch ein Platz für Hausaufgaben und konzentriertes Lernen. Haben Sie zwischen all den Besorgungen, Planungen und Vorbereitungen daran schon gedacht?

Eine Familie mit Kindern stehen draußen. Die Kinder halten Schultüten in den Händen und sehen glücklich aus.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Mit dem Schulstart verändert sich nicht nur der Alltag, sondern auch das Zuhause.

Warum die Umgestaltung des Kinderzimmers so wichtig ist

Bisher war das Kinderzimmer vor allem eine kreative Spielwiese: Bunte Wände, Fensterbänke voller selbstgebastelter Knetfiguren aus dem Kindergarten und eine Landschaft aus Spielzeug. Wie sollen sich Kinder hier auf die anstehenden Hausaufgaben konzentrieren können?

Kinder brauchen eine klare Trennung zwischen Spielen und Lernen. Beides soll Platz haben, aber sich nicht gegenseitig stören. Denn eine gut gestaltete Lernumgebung fördert die Konzentration, steigert die Motivation und erleichtert den Einstieg in den Schulalltag. Doch die Umgestaltung bringt einige Hürden mit sich.

Drei Herausforderungen, die viele Eltern meistern müssen

1. Platzmangel

Gerade, wenn das Kinderzimmer nicht der größte Raum im Haus ist, ist es oft schwierig, eine klare Trennung zwischen Spielen und Lernen zu schaffen. An dieser Stelle sind Sie gefragt, kreative Lösungen zu finden und den begrenzten Raum optimal zu nutzen.

2. Ablenkung durch Spielzeug

Ein Schreibtisch mitten in einer Spielzeuglandschaft? Keine gute Idee. Die Versuchung ist groß, statt Hausaufgaben lieber mit dem Lieblingsspielzeug zu spielen. Ein durchdachtes Ordnungssystem ist hier besonders wichtig. Spielsachen sollten in Kisten, Schubladen oder geschlossenen Regalen verstaut werden, um den Lernbereich möglichst reizarm zu halten.

3. Kindergerechte Ergonomie und Beleuchtung

Ein zu großer oder zu kleiner Schreibtisch, ein ungeeigneter Stuhl oder schlechte Lichtverhältnisse können die Konzentration und die Gesundheit der Kinder beeinträchtigen. Doch bei der riesigen Auswahl an Möbeln kann es schwierig sein, die richtige – und bezahlbare – Lösung zu finden.

Umgestaltung des Kinderzimmers: ein Raum mit lauter bunten Kinderspielzeug und einem Teddybär.

Das Kinderzimmer befindet sich im Wandel. Das kreative Spielparadies wird nun auch zum Lernort.

Praktische Tipps für die Umgestaltung

Eine klare Abgrenzung des Arbeitsbereiches schafft Struktur und hilft Ihren Kindern, sich besser auf die Aufgaben zu konzentrieren. Bei der Umgestaltung des Kinderzimmers sollte der Bereich optisch und räumlich vom Spielbereich getrennt sein, auch wenn das Zimmer klein ist. Eine Möglichkeit ist es, mit offenen Regalen eine natürliche Abgrenzung zu bauen. Oder Sie setzen auf farbliche Markierungen an der Wand, die den Lernplatz visuell von der restlichen Fläche abheben.

Unverzichtbar ist ein bequemer und gesunder Arbeitsplatz. Ihre Kinder verbringen viel Zeit mit Hausaufgaben, Bastelprojekten oder mit Lesen und Lernen. Ein ergonomischer Schreibtischstuhl und ein höhenverstellbarer Schreibtisch sind daher eine sinnvolle Investition. Ein Schreibtisch für Schulkinder, der mit dem Kind mitwächst, kann für längere Zeit genutzt werden. Achten Sie beim Schreibtischstuhl darauf, dass die Füße beim Sitzen flach auf dem Boden stehen. Klappt das noch nicht, ist eine Fußstütze sinnvoll, damit Ihre Kinder nicht auf Zehenspitzen oder mit baumelnden Beinen sitzen.

Auch die Beleuchtung ist für die Konzentration ein wichtiger Einflussfaktor. Denn Licht hat eine Wirkung darauf, wie wach und konzentriert wir sind. Idealerweise steht der Schreibtisch in Fensternähe, sodass das Schulkind bei den Hausaufgaben vom Tageslicht profitiert. Trotzdem ist die Schreibtischlampe unverzichtbar, besonders in den Herbst- und Wintermonaten. Das Licht sollte möglichst blendfrei sein und von der Seite kommen: Für Rechtshänder von links, für Linkshänder von rechts. Übrigens: Warmweißes Licht ist angenehmer für die Augen als kaltes, grelles Licht, das schnell ermüdend wirkt.

Ordnung halten ist für Kinder schwer. Sie legen die Dinge oft einfach irgendwo ab, wenn eine neue Sache ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Damit der Lernbereich dauerhaft ordentlich bleibt, hilft ein leicht verständliches Ordnungssystem. Tipp: Verwenden Sie farbige Boxen, Ordner oder Etiketten, um Schulmaterial und Spielzeug zu trennen. So wissen Ihre Kinder auf einen Blick, wo etwas hingehört. Eine Routine unterstützt dabei: zum Beispiel einmal in der Woche gemeinsam mit dem Kind aufzuräumen. Auch eine kleine Ablage für unerledigte Aufgaben sorgt dafür, dass nichts verloren geht.

Umgestaltung des Kinderzimmers: ein Buntes Kinderzimmer welches sehr organisiert ist mit bunten Kisten.

Ein aufgeräumter Lern- und Spielbereich hilft Kindern sich besser zu konzentrieren. Spielen und Lernen brauchen getrennte Plätze.

Tipp: Kinder aktiv mit einbeziehen

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Kinder haben tolle Ideen, wie das Kinderzimmer gestaltet werden kann. Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden, wo Spielzeug aufbewahrt wird, welche Farben es mag und wo der Schreibtisch stehen soll. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern macht auch Lust auf den eigenen Lernplatz. Denn Lernen soll Spaß bringen. Die Erstklässler gehen mit viel Neugier und Wissensdurst in die Schule. Ein individueller Lernplatz, wo die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden, macht die Hausaufgaben gleich etwas leichter.

Eine Mutter sitzt mit Ihrer Tochter in einem Kinderzimmer das Kind klatscht in die Hand der Mutter, weil es wahrscheinlich eine Aufrage gut gemeistert hat.

Ein Lernplatz nach den eigenen Vorstellungen: Wenn Kinder mitentscheiden, fühlen sie sich wohler und sind motivierter.

Farben haben einen enormen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen und konzentrieren können – das gilt auch für Kinder beim Lernen. Bei der Umgestaltung des Kinderzimmers sollten knallige Farben wie Rot oder grelles Gelb eher vermieden werden, da sie anregen und sogar ablenken können. Stattdessen eignen sich sanfte, beruhigende Farbtöne besonders gut für eine Lernumgebung.

Blau gilt als die beste Farbe für Konzentration und klares Denken. Es wirkt beruhigend, senkt Stress und hilft, fokussiert zu bleiben.
Grün erinnert an die Natur, wirkt ausgleichend und fördert eine angenehme Lernatmosphäre. Ideal für Kinder, die sich schnell ablenken lassen. Zarte Gelbtöne regen die Kreativität an, wirken freundlich und motivierend, sollten aber eher als Akzentfarbe eingesetzt werden.

Halten Sie Muster dezent, um die Augen nicht zu überfordern. Streifen oder sanfte geometrische Formen vermitteln Struktur und Ordnung, während wilde Muster oder zu viele bunte Elemente eher Unruhe ins Zimmer bringen.

Jetzt ist der perfekte Moment für die Umgestaltung

Auch wenn die Umgestaltung mit etwas Aufwand verbunden ist, zahlt sie sich langfristig aus. Ein ergonomischer und gut beleuchteter Arbeitsplatz erleichtert nicht nur die Hausaufgaben, sondern erschafft eine Umgebung, in der sich Ihr Kind wohlfühlt und mit Freude lernen kann. Nutzen Sie die Chance, um Ihren Kindern den bestmöglichen Start ins Schulleben zu ermöglichen.

Ein Junge sitzt in seinem Kinderzimmer und spielt oder Lernt vermutlich.

Die richtige Farbwahl im Kinderzimmer kann Konzentration und Wohlbefinden fördern. Beruhigende Töne wie Blau und Grün helfen beim Lernen, während dezente Muster Struktur geben.

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